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Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Sachsen-Anhalt
Qualitätshandwerk mit Traditionsbewusstsein
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Bedeutung des Hochwassers für die Schornsteinfeger in SAA

Ein Ereignisbericht von Schornsteinfegermeister Frank Zimmermann aus Aken: 
Der von mir verwaltete Kehrbezirk befindet sich in Aken an der Elbe. Aken wurde während des Hochwassers in diesem Jahr vollständig evakuiert, so dass es anfangs nicht möglich war, den möglichen Schaden abzuschätzen. Nach Gesprächen mit der Polizei wurde mir dann doch eine Besichtigung der entsprechenden Straßen ermöglicht. Die ersten Einschätzungen ergaben, dass allein in meinem Zuständigkeitsbereich etwa 600 Heizungsanlagen im bzw. unter Wasser standen. Brennstofflager auch für Festbrennstoffe waren geflutet und damit unbrauchbar geworden. Durch Wasserschäden an Gebäuden wurden viele Häuser unbewohnbar. Eine Bungalowsiedlung, die ich betreue war komplett „untergegangen“. Unter anderem war diese Siedlung unsere Sommerarbeit. Für meinen Mitarbeiter hatte ich so von heute auf morgen keine Arbeit mehr.
 
Was danach passierte zeigte im Zeitraffer, was uns alle in den nächsten Jahren erwartet. Die betroffenen Heizungsanlagen wurden fast komplett auf Brennwerttechnik umgestellt. Da ein großer Anteil der Anlagen nun nur noch einmal aller drei Jahre zu überprüfen ist bedeutet dieser Umbau einen massiven Abbruch an wiederkehrenden Schornsteinfegerarbeiten. In meinem Fall macht das einen Umsatzeinbruch von über 20.000,- EUR pro Jahr aus. Das wiederum macht eine Vollbeschäftigung eines Schornsteinfegergesellen quasi unmöglich.
 
Diese Heizungsumstellung erfolgt innerhalb der nächsten Jahre in allen Kehrbezirken bedingt durch das Alter der vorhandenen Heizungsanlagen. Darüber hinaus wird der Markt der Schornsteinfegerarbeiten auch durch den Städteumbau, dem Bevölkerungsrückgang und den Wegfall der Lüftungsarbeiten permanent kleiner.
 
 
Die Anzahl der Kehrbezirke im Land muss dringend dieser Entwicklung angepasst werden. Schon jetzt werden in einem großen Teil der Schornsteinfegerbetriebe keine Gesellen mehr beschäftigt. Die Fachkräfte suchen sich Arbeit in anderen Bundesländern während die Betriebsinhaber versuchen sämtliche Arbeiten allein zu erledigen. Das diese Entwicklung für das Handwerk schädlich ist, liegt auf der Hand. Die Poitik ist aufgerufen hier gemeinsam mit dem Handwerk Lösungen im Interesse der Betriebe, der Mitarbeit, aber vor allem auch der Kunden zu finden.

Fachkräftesuche bei den Kleinen

Ich war vor kurzem im Kindergarten "Gestiefelter Kater" in Halle-Neustadt mit Schornsteinfegermeister Jens-Peter Fincke aus der halleschen Innung. Wer kennt heute noch einen Schornsteinfeger und das, was er macht? Also waren wir auf der Suche nach "Fachkräftenachwuchs".
 
Der Meister im schwarzen Anzug konnte den Kindern aus der Bienchen- und aus der Käfergruppe von seiner Arbeit erzählen. Interessant war natürlich für die Vier- und Fünfjährigen, warum er so schwarz angezogen ist und so einen Zylinder trägt. Und lustig war, als alle einen kleinen Rußfleck auf die Nase oder Wange bekamen.
 
Lauthals bedankten sich die Kleinen mit dem Lied vom Schornsteinfeger, der auf seine Leiter klettert bei Schornsteinfegermeister Fincke auch für die schönen Malhefte der Schornsteinfegerzunft.
 
Sie sehen: Keine Angst vorm "schwarzen Mann" haben die Kinder der Kita "Gestiefelter Kater". Auch die Erzieherinnen wollten dem Glückssbringer auf die Schulter klopfen.


 
Jacqueline Gerhardt

Vorteile für die Kunden durch neues Schornsteinfegergesetz

Der Gesetzentwurf zur Neuregelung des Schornsteinfegerwesens wurde am 12.03.2008 vom Bundeskabinett verabschiedet. 
Das neue Gesetz bringt Vorteile für die Bürger mit sich. Sie können ihren Schornsteinfeger künftig mit weitergehenden Tätigkeiten beauftragen, die nicht zum klassischen Aufgabenbereich gehören. 

Darüber hinaus wird ihnen die freie Wahl gegeben, welchen Schornsteinfeger sie mit der Durchführung der vorgeschriebenen Überprüfungs-, Kehr- und Messtätigkeit beauftragen möchten. Die regelmäßige Kontrolle der Feuerungsanlagen dient in erster Linie dem Erhalt der Betriebs- und Brandsicherheit. Der Trend vieler Hausbesitzer, verstärkt wieder Holz als Brennstoff einzusetzen, zeigt, dass auch klassische Aufgaben wie die Schornsteinreinigung und -überprüfung keinesfalls unwichtig geworden sind. Darüber hinaus helfen Beratungen und Messungen, Koh-lendioxid (CO2) einzusparen und schädliche Umwelteinwirkungen zu minimieren. Jedes Jahr werden etliche Mängel und sogar lebensbedrohliche Zustände wie beispielsweise hohe Gehalte des giftigen Gases Kohlen-monoxid (CO) im Abgas festgestellt.Außerdem ermitteln Schornsteinfeger jährlich Energiever-luste an Feuerungsanlagen. Diese gesetzlich vorgeschriebenen Umweltschutzmessungen an Heizungsanlagen (Bundesimmissionsschutzgesetz) werden auch in Zukunft ausschließlich vom Schornsteinfeger durchgeführt. Als staatlicher Beauftragter für diese Messung ist der Schornsteinfeger – im Gegensatz zu allen anderen Fachhandwerkern – verpflichtet, seine Messgeräte amtlich überwachen zu lassen. Das garantiert Messergebnisse, auf die sich die Kunden verlassen können. Mit Inkrafttreten des novellierten Schornsteinfegergesetzes werden die Schornsteinfeger nicht sofort in den freien Wettbewerb entlassen. Eine Übergangsfrist von fünf Jahren gibt ihnen die Möglichkeit, sich für weitergehende Tätigkeiten zu qualifizieren. Auch nach Aufhebung des Nebentätigkeitsverbotes dürfen Schornsteinfeger Tätigkeiten von angrenzenden Gewerken nur dann ausüben, wenn sie mit dem entsprechenden Handwerk in die Handwerksrolle eingetragen sind.

Filterpflicht oder Stilllegung von Feuerstätten ..

...wegen Feinstoffbelastung.

Nur Altgeräte mit hohem Schadstoffausstoß betroffen.
In den vergangenen Tagen wurde in den Medien über eine drohende Zwangsstilllegung beziehungsweise Filterpflicht für Kamin- und Kachelöfen berichtet. 

Durch die sehr verkürzte Darstellung ist der Eindruck entstanden, dass es sich um eine generelle und sofortige Pflichtmaßnahme für alle Geräte handelt.Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks weist darauf hin, dass die geplanten Regelungen für Feuerstätten erst noch Bundesrat und Bundestag passieren müssen. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand müssen die Eigentümer von Kamin- und Kachelöfen bis Ende 2012 nachweisen, dass ihr Ofen bestimmte Emissionsgrenzwerte einhält. Eine generelle Messpflicht an Kamin- und Kachelöfen durch den Schornsteinfeger ist nicht vorgesehen. Die ersten Geräte, die von den geplanten Maßnahmen betroffen sein werden, sind Öfen, die vor dem 1. Januar 1975 einer so genannten Typenprüfung unterzogen wurden – also 40 Jahre und älter sind. Diese müssen bei Überschreitung des Grenzwertes bis Ende 2014 nachgerüstet, ausgetauscht oder stillgelegt werden. Bis 2024 folgen stufenweise die Maßnahmen für alle Geräte, die bis zum in Kraft treten der Novelle geprüft wurden. Das Typenschild am Gerät gibt Auskunft über das Jahr der Prüfung. Ist das Typenschild nicht mehr vorhanden oder unvollständig, kann der Verbraucher beim Hersteller der Feuerstätte nachfragen.Heute erhältliche Geräte erfüllen in der Regel die geplanten Grenzwerte. Ihnen droht weder Stilllegung noch Filterzwang oder Austausch.Der Schadstoff-Ausstoß ist nicht vom Preis des Gerätes abhängig, sondern von der Gerätetechnik, die in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte gemacht hat. Dies gilt sowohl in Bezug auf die Emissionen als auch auf den Energieverbrauch. Fabrikneue Kaminöfen, Heizkamine und Kachelöfen verursachen heute entschieden weniger Emissionen als Feuerstätten, die in den 1970er Jahren produziert worden sind. Alle auf dem deutschen Markt befindlichen Geräte werden von unabhängigen Feuerstätten-Prüfstellen einer ausführlichen technischen Untersuchung unterzogen, die auch den Schadstoffausstoß dokumentiert.Weitere Fragen beantwortet gerne ihr Schornsteinfeger.

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Beruf Schornsteinfeger

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